Wie Storkow zu einer freiwilligen Feuerwehr kam

 

 

Am 14. Februar 1895 stellte der Männerturnverein an den damaligen Bürgermeister Hellmut Paech den Antrag, aus den Mietgliedern des Turnvereins eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Zunächst wurde der im Prinzip begrüßte Antrag abgelehnt mit der Begründung, es sei nicht ratsam, eine Wehr aus Personen aufzubauen, die nicht dauernd in Storkow blieben. Aber noch einmal 6 Jahre dauerte es, bis genügend Freiwillige zusammengekommen waren, um eine Feuerwehr zu gründen. Darüber steht im Magistratsbericht für die Jahre 1901 und 1902 unter Punkt I: Feuerlöschwesen folgendes:

 

"Das Feuerlöschwesen ist durch die unterm 22. Juni 1895 erlassene Feuerlöschordnung geregelt"

 

Im Berichtsjahr wurde von der Firma Wieland & Co ein neuer fahrbarer Handwasserwagen zum Preise von 160 Mark, außerdem 105 m Spritzenschläuche neu beschafft. An öffentlichen Löschgerätschaften sind jetzt vorhanden 3 fahrbare Feuerspritzen, 4 Wasserwagen sowie der erforderlichen Leitern und Haken.

 

Die Revision der Feuerlöschgerätschaften findet jährlich einmal, die Spritzenproben zweimal statt.

 

Seit längerer Zeit fühlte man bei den hier stattfindenden Bränden das Fehlen eines geschulten Personals zur Ausübung der Löschhilfe.

 

Nach längeren Verhandlungen ist nun eine freiwillige Feuerwehr in Storkow am 27. August 1901 gegründet worden. Die Kosten der ersten Einrichtung, Ausrüstung und Ausbildung der Wehr sind, soweit sie nicht durch andereweite Zuschüsse gedeckt werden, seitens der Stadtgemeinde übernommen. Die Ausbildung der Wehr soll durch einen Oberfeuermann aus Berlin erfolgen.

 

Die allererste Ausbildung der Mitglieder dauerte vom 01. April bis zum 15. Juli 1902 und übernahm der Oberfeuerwehrmann Wilhelm Balz aus Berlin Neukölln. Dazu wurde auf dem Schützenplatz ein Steigerturm errichtet, den der ortsansässige Zimmermeister Johannes Neumann errichtete.

 

Bereits 3 Wochen nach der Gründung der Wehr waren es 47 aktive und 33 passive Mitglieder.

 

Die Uniformierung der Storkower Wehr begann mit der Anfertigung von Blusen, Litewken und Mützen. Die Bemühungen, 20 gebrauchte Mäntel über die Oceonomie-Verwaltung der Landgendarmerie in Berlin zu beschaffen, waren lange Zeit nicht von Erfolg gekrönt, erst 1906 gelang es.

 

 

 

Quellennachweis: "Dienst im Zeichen des St. Florian", Sybille Seelmann